Gordon Murray Special Vehicles hat auf der Monterey Car Week den neuen S1 vorgestellt – eine moderne Neuinterpretation des straßentauglichen McLaren F1.
Während der originale F1 als eines der großartigsten Autos der Geschichte gilt, möchte der S1 dessen Kernphilosophie bewahren: minimales Gewicht, analoges Fahrgefühl und maximale Konzentration auf den Fahrer. Im Gegensatz zum extremen S1 LM ist diese Version mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet.
Der S1 basiert auf der Carbon-Monocoque des S1 LM, erhält jedoch eine komplett neue Karosserie. Seine Formen sind sofort wiedererkennbar, doch die Designer haben sie klarer und zurückhaltender gestaltet.
Vorne finden sich große Lufteinlässe und moderne Scheinwerfer, die nahtlos in die Karosserie integriert sind. Die Außenspiegel sitzen auf den A-Säulen, und das Design der leichten Räder orientiert sich an den Felgen des McLaren F1 Showcars von 1992.
Die charakteristischen Dihedral-Türen wurden beibehalten, ermöglichen nun jedoch einen deutlich einfacheren Einstieg in die Kabine. Abgerundet wird das Erscheinungsbild durch einen dachmontierten Lufteinlass, ein retro-inspiriertes Heck und vier Auspuffendrohre.
Im Gegensatz zum S1 LM verzichtet der straßentaugliche S1 auf das aggressive Aerodynamik-Paket mit massivem Frontsplitter, Seitenschwellern und festem Heckflügel. Stattdessen kommt eine aktive Aerodynamik zum Einsatz, die direkt in die Karosserie integriert ist.
Dieses System passt sich den Fahr- und Bremsbedingungen an und priorisiert nicht maximale Anpresskraft, sondern verbesserten Reifengrip, ausgewogene Fahreigenschaften und souveränes Verhalten auf öffentlichen Straßen.
Im Innenraum bleibt eines der markantesten Merkmale des McLaren F1 erhalten – die Dreier-Sitzanordnung mit zentral positioniertem Fahrersitz. Vor dem Fahrer befindet sich ein dreispeichiges Lenkrad, während das Instrumentenpanel ein zentrales analoges Rundinstrument mit zwei digitalen Displays an den Seiten kombiniert.
Gleichzeitig wurde das Interieur deutlich moderner und komfortabler. Es verfügt über hochwertiges Leder, exklusive Stoffe und individuell ausgewählte Zierleisten. Außerdem sind eine leichte Audioanlage, zusätzliche Schalldämmung und aktualisierte Multimedia-Displays verbaut.
Der eigentliche Höhepunkt sitzt hinter der Kabine. Der S1 wird von einem 4,2-Liter-V12-Saugmotor angetrieben, den Cosworth entwickelt hat. Er verfügt über leichte Kolben, Titanventile und Pleuel, eine Trockensumpfschmierung sowie eine mit 24-karätigem Gold beschichtete Hitzeschutzverkleidung.
Der Motor dreht bis zu unglaublichen 12.100 U/min und leistet 690 PS sowie 500 Nm Drehmoment. Das sind etwas weniger Werte als beim S1 LM, doch hier wird der Motor mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert. Dank einer direkteren Seilzugführung verspricht GMSV extrem präzise Schaltvorgänge mit einem charakteristischen mechanischen „Riegelverschluss“-Gefühl.
Auch das Fahrwerk wurde für den Alltag auf der Straße angepasst. Die Bodenfreiheit wurde im Vergleich zum S1 LM um 10 mm erhöht, die Dämpfer wurden neu abgestimmt, um den Wagen auf langen Strecken komfortabler zu machen – bei gleichzeitig erhaltener Lenkpräzision, Agilität und Rückmeldung.
Nach Angaben von Gordon Murray war das Ziel, die Schönheit und Reinheit des ursprünglichen Designs sichtbar zu machen, nachdem die extremsten Aerodynamik-Elemente des S1 LM entfernt wurden. Das Ergebnis ist ein Auto, mit dem man entspannt die Küstenstraße von Los Angeles nach Monterey entlangfahren kann und dabei jeden Gang, jede Kurve und den Klang des V12 genießt.
Es werden nur 64 Exemplare gebaut, jedes nach den individuellen Wünschen seines Besitzers. Der Preis wurde noch nicht bekannt gegeben, doch angesichts der Exklusivität, der Handarbeit, der Carbon-Karosserie und des einzigartigen V12-Motors wird er mit Sicherheit über 1 Million Euro liegen.





