16.09.2026
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Die „Libysche Rakete“ (offizieller Name — Saroukh el-Jamahiriya) ist ein 1999 vorgestellter Automobil-Prototyp. Konzept und Design stammen persönlich vom verstorbenen libyschen Diktator Muammar Gaddafi.

Mit aktiver Unterstützung des Staates wurde das Fahrzeug als „sicherstes Auto der Welt“ vermarktet. Es sollte die Leistungsfähigkeit der friedlichen libyschen Automobilindustrie demonstrieren, blieb jedoch über das Prototypenstadium nie hinaus.

Gaddafi arbeitete mit dem italienischen Designstudio Tesco TS SpA zusammen, das die voll funktionsfähigen fahrbaren Prototypen baute.

Das Erscheinungsbild des Wagens entsprach perfekt seinem Namen: Front und Heck der Karosserie liefen stark spitz zu und erinnerten an eine Rakete. Es hieß, diese Form würde die Aufprallenergie bei Frontal- und Heckkollisionen zur Seite ableiten und so die Schäden verringern.

Das Fahrzeug war mit einer großen Anzahl von Airbags, einer verformbaren Stoßstange als breiter Knautschzone, einem sofortigen Kraftstoffleitungs-Abschottungssystem zur Brandverhinderung sowie einem geheimnisvollen „elektronischen Schutzsystem“ ausgestattet.

Für den Einsatz in der Wüste erhielt der Wagen Run-Flat-Reifen, die selbst nach einem kompletten Luftverlust noch mehrere Dutzend Kilometer über unwegsames Gelände ermöglichten.

Der 5,50 Meter lange „Libysche Rakete“ war eine Luxuslimousine für fünf Personen. Das Interieur war vollständig mit Leder ausgeschlagen und mit traditionellen libyschen Teppichen dekoriert. Unter der Haube saß ein 3,0-Liter-V6-Motor mit 230 PS.

Der erste Prototyp wurde in der Farbe „Libysches Revolutionsgrün“ auf dem Gipfel der Organisation für Afrikanische Einheit in Sirte präsentiert. Die Vorstellung war auf den 30. Jahrestag der Revolution abgestimmt, die Gaddafi an die Macht gebracht hatte.

Zehn Jahre später wurde auf einem Gipfel in Tripolis zum 40. Jahrestag von Gaddafis Herrschaft ein zweiter, weiß lackierter Prototyp gezeigt.

Das staatliche Libyan Arab Domestic Investment Company (LADICO) versprach wiederholt den Bau eines eigenen Werks in Tripolis zur Serienproduktion der „Rakete“. Das Werk wurde jedoch nie errichtet. Nach Ausbruch des libyschen Bürgerkriegs 2011 und Gaddafis Tod wurden seine zahlreichen Residenzen und Paläste geplündert.

Immer wieder tauchen in sozialen Medien Gerüchte und nicht verifizierte Fotos auf, die angeblich diese Fahrzeuge in Rebellengaragen oder am Rande von Tripolis zeigen. Der genaue Verbleib der fertigen Prototypen ist bis heute unbekannt.

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