16.09.2026
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Repliken legendärer Autos bleiben oft hinter den Originalen zurück – sei es durch misslungene Proportionen oder begrenzte Budgets. Dieser 2017er Mazda MX-5 Miata RF kann ebenfalls nicht als perfekte Kopie bezeichnet werden, gehört aber zu den besten „Fake-Ferraris“, die es gibt. Er sieht fantastisch aus, fährt sich wie ein ganz normaler Miata und erfordert kein Milliardärsvermögen für den Alltag.

Der Wagen wird derzeit bei Mecum in Nashville zur Auktion angeboten. Er begann sein Leben als MX-5 Miata RF Club-Modell, bevor Darrin Wood von Modern Custom Classics im Norden Alabamas ihn übernahm.

Die Umgestaltung ging weit über das Anbringen eines fertigen Bodykits hinaus. Die Karosserieteile aus Carbon wurden komplett handgefertigt und umfassen eine völlig neue Front- und Heckpartie, neue Türverkleidungen, hintere Kotflügel und einen maßgefertigten Kofferraumdeckel.

Niemand versucht, diesen Wagen als echten Ferrari 250 GTO auszugeben – das ist auch gar nicht nötig. Windschutzscheibe, Türen, Dachlinie und die Gesamtproportionen verraten sofort seine Mazda-Herkunft. Die Front wirkt etwas zu modern, und das Heck ist etwas kürzer und bulliger als das lange, gestreckte des Ferrari aus den frühen 1960er-Jahren.

Trotzdem schaffen die modellierten vorderen Kotflügel, die dreifachen Seitenschlitze, die Speichenräder im klassischen Stil und die vier runden Rückleuchten etwas, das den meisten Repliken fehlt: Der Wagen sieht wirklich gut aus – und das aus eigenem Recht.

Das ist besonders wichtig, weil eine zu realistische Replika leicht ins unheimliche „Uncanny Valley“ abrutschen kann. In diesem Fall arbeiten einige originale Mazda-Elemente sogar zu seinen Gunsten. Das serienmäßige versenkbare Hardtop etwa funktioniert weiterhin einwandfrei.

Unter der neuen Karosserie steckt Mazdas 2,0-Liter-Skyactiv-G-Vierzylinder, ein Sechsgang-Schaltgetriebe, Hinterradantrieb und eine Borla-Abgasanlage.

Noch besser: Der Wagen behält seine originalen Airbags, ABS, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, Klimaanlage, Navigation, Bluetooth, Rückfahrkamera und Werksinstrumente. All das macht ihn im Alltag deutlich alltagstauglicher als selbst der prächtigste echte 250 GTO – ganz zu schweigen vom enormen Unterschied bei Versicherung und Unterhaltskosten.

Natürlich ist dieser Miata nicht so dramatisch oder exklusiv wie ein echter Ferrari. Aber genau das ist ein Teil seines Charmes.

Echte Ferrari 250 GTO werden für zig Millionen Euro gehandelt und stehen in klimakontrollierten Garagen, wo sie vielleicht zweimal pro Jahrzehnt die Straße sehen. Diesen hier können Sie ohne schlechtes Gewissen dienstags abends zur späten Schawarma-Tour ausfahren.

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