Die „Fusion der Gleichberechtigten“ zwischen Chrysler und Mercedes-Benz wird heute nicht mehr mit großer Zuneigung erinnert, obwohl sie der Welt den Chrysler 300, den Dodge Charger und den Challenger bescherte. Auch der Chrysler Crossfire verdankt seine Existenz dieser Allianz – er basierte auf der Plattform des Mercedes-Benz SLK.
Fast 20 Jahre nach Produktionsende steht der Crossfire erneut im Rampenlicht. Diesmal diente er als Basis für einen Nachbau des Mercedes-Benz 300 SL, den Signature Autosports realisiert hat.
Das Fahrzeug wird als „moderne Interpretation einer der berühmtesten Silhouetten der Automobilgeschichte“ positioniert. Die Macher machen von vornherein klar, dass sie keine originalgetreue Rekreation des legendären 300 SL Gullwing anstrebten.
Das wird auf den ersten Blick deutlich. Statt des eleganten Chromstoßfängers sitzt ein massiver und etwas klobiger Frontsplitter am Wagen. Ergänzt wird das Erscheinungsbild durch runde LED-Scheinwerfer, die an „Insektenaugen“ erinnern, sowie Kotflügel, die eher zu einem Shelby Cobra als zu einem klassischen Mercedes-Benz 300 SL passen würden.
Das Heck des Fahrzeugs ist deutlich gelungener. Die charakteristische Dachlinie ist sofort erkennbar, die Flügeltüren zollen dem Original eindeutig Tribut. Auch die abgerundete Heckpartie gibt die Proportionen des historischen 300 SL recht gut wieder.
Auch hier gibt es jedoch diskussionswürdige Entscheidungen. Das Replikat besitzt eine mittig angeordnete Doppelauspuffanlage, ist in Bentley Sequin Blue Metallic lackiert und trägt Cosmis Racing-Felgen, die deutlich zu modern wirken und mit dem Retro-Design des Autos kollidieren.
Signature Autosports hat nur wenige technische Details veröffentlicht. Bekannt ist jedoch, dass das Interieur mit Golden Brown Merino-Leder ausgeschlagen ist und mit retro anmutenden Instrumenten ausgestattet wurde. Einige Schalter stammen offensichtlich aus dem Chrysler Crossfire, während die Audioanlage im Stil der 1970er-Jahre gehalten ist. Außerdem gibt es ein zweispeichiges Klapp-Lenkrad und ein in Wagenfarbe lackiertes Armaturenbrett.
Da das Projekt auf einem 2004er Chrysler Crossfire basiert, bleibt der Antrieb unverändert: Der originale 3,2-Liter-Saug-V6 mit 215 PS und 310 Nm Drehmoment. Er ist mit einem Fünfgang-Automatikgetriebe gekoppelt, das die Hinterräder antreibt.
Signature Autosports verlangt 279.000 Euro für dieses Fahrzeug – fast 100.000 Euro mehr als ein neuer 816 PS starker Mercedes-AMG GT 63 S E Performance. Zum Vergleich: Ein Chrysler Crossfire Coupé kostete 2005 ab 27.800 Euro, die Limited-Version mit Automatik lag bei 33.200 Euro.





